Stadtplanungsamt Bremerhaven

Luftschadstoffe und in zunehmendem Maße Lärm beeinflussen die Umwelt- und Lebensqualität.
Aufgabe einer modernen Stadtplanung ist es diese Belastungen für die Bürger zu minimieren und mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Bewohner sowie den Ansprüchen von Industrie und Gewerbe in Einklang zu bringen. Die Einbindung dieser Belange bereits in den Planungsprozessen hilft Konflikte zu erkennen, zu vermeiden sowie Belastungen für Anwohner gar nicht erst entstehen zu lassen.
Daher ist das Stadtplanungsamt in enger, interdisziplinärer Zusammenarbeit unter anderem mit dem Umwelt- und Gesundheitsamt sowie unterstützt durch die Bremischen Landesbehörden für die Umsetzung der EU-Richtlinien zu Umgebungslärm (2002/49/EG - PDF) und Luftqualität (2008/50/EG - PDF) in Bremerhaven zuständig.

Bei Fragen zur Umsetzung der EU-Richtlinien in Bremerhaven erhalten Sie Informationen im Stadtplanungsamt bei:
- Herrn Strunck (Tel. 590-2755) mirko.strunck@magistrat.bremerhaven.de
- Herrn Rößler (Tel. 590-3226) stefan.roessler@magistrat.bremerhaven.de 

 

Lärm

 Allgemein

Als Lärm kann Schall angesehen werden, der belästigend ist. Die Entscheidung über eine Belästigung unterliegt einem subjektiven Empfinden. So beurteilt ein Motorradfahrer das Geräusch seiner Maschine anders als der schlafsuchende Nachbar.
Als objektive physikalische Messgröße zur Beurteilung der Lautstärke in Gesetzen und Verordnungen wird der Schalldruck herangezogen. Die Einheit Dezibel (dB) beschreibt das logarithmierte Verhältnis vom Schalldruck zu einem Bezugswert. Die A-Bewertung versucht die Eigenschaften des Gehörs zu berücksichtigen.
Die Logarithmierung führt zu Besonderheiten bei Rechnungen mit Pegeln. So ergibt die Addition von 2 gleichen Pegeln nicht den doppelten Zahlenwert, sondern eine Erhöhung um 3 dB.

Um eine Einschätzung der Größenordnung des Umgebungslärms zu erhalten, finden Sie in der folgenden Tabelle beispielhaft Umweltgeräusche für verschiedene Pegelbereiche aufgelistet:

LINK (http://www.umwelt.bremen.de/sixcms/media.php/13/Pegelbereiche%20%20Laerm.pdf)

etwas anschaulicher ist das Lärmthermometer vom Arbeitsring Lärm der DEGA: LINK http://www.ald-laerm.de/alles-uber-laerm-1/allgemeines/was-wir-hoeren-1/Laermthermometer.jpg

Ein kurze Darstellung der Grundlagen zum Lärm finden Sie auch in der Präsentation die unser Gutachter Lärmkontor zur Vorstellung der Ergebnisse der Lärmkartierung gehalten hat: Bürgerinformation zur Lärmkartierung

Umgebungslärm
Das Stadtplanungsamt ist zuständig für die Kartierung des Umgebungslärms und die anschließende Aktionsplanung nach der Richtlinie „über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm“ (2002/49/EG - PDF).

Umgebungslärm umfasst folgende von Menschen verursachte Geräusche im Freien:

•    Straßenverkehrslärm
•    Schienenverkehrslärm
•    Industrie- und Gewerbelärm (einschließlich Straßen- und Schienenverkehrslärm auf dem zugehörigen Gelände)

Umgebungslärm im Sinne der Richtlinie umfasst nicht:

•    Nachbarschaftslärm
•    Sport- und Freizeitlärm
•    Lärm am Arbeitsplatz
•    Baulärm

Die Werte der Kartierung nach der Umgebungslärmrichtlinie ergeben sich nicht aus direkten Messungen, sondern werden in einer modellmäßigen Simulation rechnerisch durch eine Lärmprognosesoftware bestimmt. Die Bestimmung durch ein Prognoseprogramm hat den Vorteil, dass man Maßnahmen im Vorhinein auf Ihre Wirksamkeit hin prüfen kann. Eine direkte Messung wäre zudem mit einem enormen Zeit- und Personalaufwand verbunden, da alle Straßen über einen längeren Beurteilungszeitraum (1 Jahr) gemessen werden müssten.

Pläne und Daten
2. Stufe der Umgebungslärmrichtlinie

•    Lärmaktionsplan der Seestadt Bremerhaven [Lärmaktionsplan 2014]
•    Entwurf zum Lärmaktionsplan [Entwurf Lärmaktionsplan 2013]
•    Ablauf der Lärmaktionsplanung [Lärmaktionsplanung 2013]
•    Ergebnisvorstellung Lärmkartierung [Bürgerinformation zur Lärmkartierung]
•    Ergebnisse der Lärmkartierung Bremerhaven [Lärmkartierung 2012]

1. Stufe der Umgebungslärmrichtlinie

•    1.Aktionsplan zur Lärmminderung [Lärmaktionsplan 2008]
•    Ergebnisse der Lärmkartierung Bremerhaven [Lärmkartierung 2007]
•    Ergebnisse des Landes Bremen, aufbereitet in einem geographischen Darstellungsprogramm [Geoviewer Bremen] 

Die Kartierung für Schienenwege von Eisenbahnen des Bundes liegt in der Verantwortung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA). Eine Erläuterung der Aufgaben des EBA zur Kartierung und Aktionsplanung findet sich auf der Internetpräsenz des EBA: Umgebungslärmrichtlinie EBA

Dort finden sich mittlerweile auch die Ergebnisse der Lärmkartierung der 2. Stufe: Kartendienst EBA

 

Luftgüte

Die Qualität der Luft in Bremerhaven wird sowohl durch regionale Verursacher als auch durch überregionale Einflüsse (je nach Wetterlage) bestimmt. Die Erfassung von Konzentrationen der Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxid übernimmt das Bremer Luftüberwachungssystem (BLUES). 

In Bremerhaven gibt es eine Hintergrundmessstation in der Hansastraße, um die überregionalen Einflüsse zu bestimmen und eine verkehrsbezogene Messstation in der Cherbourger Straße. Die aktuellen Messwerte können auf den Seiten des BLUES eingesehen werden. Dort können Sie auch die BLUES-Jahresberichte abrufen. Seit dem Jahr 2011 wird auch ein gekürzter Bericht nur für Bremerhaven erstellt.

Die Anforderungen an das Messnetz und die Messwerte sind durch die Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39.BImSchV) festgelegt.
Da an der Cherbourger Straße der zulässige Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid überschritten wurde, hat die Stadt Bremerhaven eine Luftreinhalte- und Aktionsplan aufgestellt.

Anlassbezogen werden auch Sondermessprogramme durchgeführt, so zuletzt ein Sondermessprogramm zu Feinstaub und Staubniederschlag in Bremerhaven 2014/2015 im Bereich der Deponie Grauer Wall.